Archiv für Juli 2015

Entschuldigung

von @_Robstar1988_

‚Der schlimmste aller Fehler ist, sich keines solchen bewusst zu sein.‘ -Thomas Carlyle

Viele Menschen haben mich Montag angefeindet, weil ich über den Twitter-Account der @PirAntifa eine Äußerung abgab, die nicht das ausdrückte, was ich ausdrücken wollte. Twitter war der falsche Weg dafür, das habe ich schmerzlich erfahren müssen.

Das tut mir von ganzem Herzen Leid!

Neben mir unbekannten Personen wie @nutellaberliner oder @netnrd, die mich selbst auch nicht kennen, habe ich damit vor allem Leute wie @skeptikaa und @kattenevare getroffen, die ich kennengelernt habe und sehr mag.

Als mit 6 Monaten recht junges Mitglied in der Piratenpartei sind mir nicht alle Dinge aus früherer Zeit bekannt. Gelegentlich höre ich Bruchteile eines BPT in Bremen und eines BPT in Halle. Ob dies Gründe für die immer noch in vielen Köpfen stattfindenden Flügelkämpfe sind, lässt sich für mich leider nur erahnen.

Ich wurde Mitglied in der Piratenpartei, als immer mehr rassistischer Mob durch die Straßen zog und ich, als vorher an Politik überhaupt nicht Interessierter, begann mir klar zu werden dass es das nicht sein kann. Das Mensch aufstehen muss und politisch für etwas kämpfen, um Dinge zu ändern. Aus Gründen!

Mein Interesse weckte die Partei schon zu Gründungszeiten und als ich die Piraten Chemnitz auf Demonstrationen gegen ‚Chemnitz wehrt sich‘ erlebte, gab es für mich keine andere Partei mehr. Mit Enthusiasmus und Engagement begann ich die Arbeit in meinem Kreisverband und wurde von allen gemocht und akzeptiert. Etwas tolles steckt in dieser Partei und ihren Mitgliedern und ich wollte mitarbeiten dies zu fördern. Ich gebe alles weil es mir das Wert ist. Weil die Piratenpartei mir das wert ist.

Meine Mitarbeit in meinem KV und Unterstützung in anderen KV’s, vor allem mein antifaschistisches Engagement, brachte mir bisher nur Lob ein. Es ist keine Demonstration von Pegida und Co. vergangen, zu der ich nicht auf Seiten von Chemnitz Nazifrei demonstriert habe oder mich in Sitzblockaden wieder fand.

Via Twitter las ich immer wieder Wörtchen wie linksbizarr oder linksextrem und lehnte diese sowie auch den Begriff Flügelkampf stehts ab. Ich verstand nicht wie in einer linken Partei jemand als ‚komisch links‘ betitelt werden kann und ich verstand nicht, wieso man nicht zusammen an allen Themen arbeitet, wie ich es aus meinem KV gewöhnt bin. Ohne Streitigkeiten.

Durch Twitter wurde ich von der PirantifaSLFRU zur Mumble-Sitzung der PirAntifa eingeladen und fand eine sich aufstellende Gruppe mit denen man sich in vielerlei Hinsicht austauschen konnte. Neben anderen z.B. nen wunderbaren @Korallenherz der mit seinem Engagement für Flüchtlinge meinen größten Respekt verdient und eine wunderbare @FrauMaja, die mit ihrer hippen Art als PolGF die Partei sicher wieder ein Stück cooler gemacht hätte.

Doch der BPT151 zeigte uns anderes. Als Mitglied, dass sich trotz ursprünglichem Eintrittsgrund dauerhaft mit allen Themen beschäftigte, bekam ich wie viele andere den Stempel mit diesem fucking Wort auf die Stirn und ich war so sauer darauf während ich mich fragte warum?! Was ist da nur passiert, dass antifaschistisches Engagement bei Piraten so wenig wertgeschätzt wird. Ich weiß es nicht aber ich finde es mehr als traurig. Wir wollten eine breite Beteiligung aller ermöglichen, die sich gegen Rechts engagieren. Es war ein großartiges Bild so viele Pirantifa-Tshirts zum BPT zu sehen. Doch unseren Platz in der Piratenpartei will man uns nicht gönnen.

Und genau aus diesem Frust heraus entstand der falsch formulierte Tweet. Ich bitte nochmals alle Mitglieder der früheren Pirantifa um Entschuldigung. Wir wollten ein next Level und man entgegnete uns mit einem Level One. Wegen etwas, was anscheinend früher mal war. Zu diesem Etwas wir nicht beigetragen haben, für das wir nichts können. Wir wollten lediglich ‚antifaschistische‘ PIRATEN sein. Die neue PirAntifa soll nicht das sein, wofür Gegner uns halten oder was Sie darin sehen.

Mit Nazis reden – NIE !

Zwei der Grundregeln für antifaschistische Pirat*innen sind:

1. Wir finden Nazis scheiße. IMMER.
2. Wir diskutieren nicht mit Nazis. NIE.

Im Laufe der Pegida Diskussion seit Beginn des Jahres kam uns immer wieder die gleichen Argumente zu Ohren: „Wir müssen die Ängste der Menschen ernst nehmen!“ und „Wir müssen Aufklärungsarbeit leisten!“
Dazu kann man viel sagen. Oder einfach ‚…srsly?‘

Wir verstehen, wenn man mit Tante Erna oder Onkel Willi an der heimischen Kaffeetafel diskutiert, wenn diese mit rassistischen Vorurteilen um die Ecke kommen.

Aber wir verstehen nicht, wenn jemand mit offiziellen Vertretern von Pegidisten oder noch offener rechtextremen Nazis diskutieren will.

1. Nazis haben keine Angst, die man ihnen nehmen müsste. Sie verbreiten Hass.
2. Nazis verbreiten Hass in Form von Scheinargumenten und Vorurteilen. Lügen muss man nicht diskutieren.
3. Wer die Lügen dennoch diskutieren will, legitimiert sie dadurch, dass er sie Ernst nimmt.
Wir geben Hass und Lügen keinen Raum. Deshalb diskutieren wir nicht mit Nazis.

Wir wollten das nur mal klarstellen.