Archiv für Juni 2015

Sprache ist mehr als nur Worte auszusprechen

Dies ist ein Gastbeitrag von @Melanie_MP_

Ich möchte als Beispiel hier Pegida anführen, auch wenn die Entwicklung dieser „Bewegung“ mehr als nur einen oder wenige Gründe hat. Hier scheint es eine art Startschuss geben zu haben mit dessen Auswirkungen wir jetzt massiv zu tun haben, wie sich derzeit z.B. unter anderem in Freital zeigt.

Man kann noch sehr viel mehr über Pegida sagen aber mir geht es jetzt und hier hauptsächlich um Sprache und deren Gebrauch und daher ist Pegida hier wegen der Aktualität als Beispiel genutzt.

Hier gibt es außerdem noch einen Text mit Gedanken zu Pegida allgemein: Klick

Als Pegida sich formierte, waren wir alle überrascht.

Nicht darüber, dass Menschen Ängste haben, protestieren, sich ungerecht behandelt fühlen. Auch nicht darüber, das sich Nazis dies zunutze machten und versuchten, die Menschen in ihrem Interesse zu lenken.

Nein wir waren schon so weit, zu wissen, dass sich die Nazis wieder größer formieren, organisieren und versuchen den Fuß in jede Tür zu bekommen, die sich auch nur einen Spalt breit öffnet.

Was uns überraschte war die Masse an Menschen und die Tatsache, dass diese sich so bereitwillig vor einen Karren spannen ließen, den sie selbst als „Mitte“ und „Normal“ bezeichnen, eigentlich aber klar als Rechtsaußen einsortiert werden konnte.

„Man wird doch mal sagen dürfen“, „Immer gleich Nazikeule“ und „Ich bin ja nicht Rechts aber…“ hielten mit Pegida Einzug in Gespräche.

Relativieren ist seither kein Problem mehr und Menschen die auf Nazi-Rhetorik und rassistischen Aussagen aufmerksam machen, werden damit mal eben untergebügelt und als Spinner abgestempelt.

Aber bleiben wir bei Pegida und Co, und zwar bevor sich diese Gruppierungen viral ausbreiteten, gesteuert durch ein leider recht gut funktionierendes Netzwerk von Nazis.

Pegida war natürlich von Beginn an rassistisch geprägt. Aus Angst vor dem bedrohlichen Fremden gingen sehr viele Leute auf die Straße. Sie zogen auch allerlei Menschen mit sich, die auch irgendetwas wollten (oder nicht wollten) und wurden, wie gesagt, schnell von den Nazis instrumentalisiert.

Warum ging das so schnell und vor allem, warum war es so einfach und in diesem großen Rahmen möglich?

Warum hatten/haben die Menschen nicht sofort gemerkt, wer sich da den Schafspelz überwarf und die Herde anführte.? Warum folg(t)en so viele Menschen rechten Hetzern, schafsgleich und ohne ein Bewusstsein darüber, wie falsch sie falsch lagen?

Und nun sind wir wieder am Anfang des Textes.

Der Sprachgebrauch einer Gesellschaft prägt sie. Reden wir also z.B. von Flüchtlingen, so haben wir eher das Bild eines bedrängten Menschen in Not im Kopf. Bei

‚Asylant‘ sehen wir im Kopf schon Menschen die auf uns bedrohlich wirken und bei

‚Schmarotzer‘ sehen wir nicht mal mehr eine Person, sondern nur noch eine dreckige Bedrohung für unser eigenes Wohl.

Es ist immer dieselbe Person, aber je nachdem wie wir Sprache benutzen, verändert sie sich in unseren Köpfen. Aus einem Opfer, das unser Mitleid bekommt, wird erst jemand der uns unangenehm wird, und schließlich eine klare Bedrohung und Last.

Die Sprache und ihr Gebrauch sind nicht zu unterschätzen. Sie ist einer der Gründe für den Erfolg von Pegida und den Rechtsruck in unserer Gesellschaft.

Als ich noch jünger war, war jedem klar, dass man verschiedene Ausdrücke nicht nutzt. Eben weil sie das Dritte Reich so sehr prägten, dass im Kopf der Menschen eine direkte Verbindung dazu entsteht. Einige der klarsten Worte waren da z.B. „Endlösung“, „Entartung“, „Parasiten“ (in Bezug auf Menschen). Über kurze Sätze in denen „Heil“ vorkommt, brauch ich gar nicht zu schreiben, das ist auch heute noch je… den Meisten klar.

In den 80ern wurden dann die Stimmen immer lauter, die gerne die Vergangenheit hinter sich lassen wollten. War es doch die Generation vor uns oder vor unseren Eltern und nicht wir. Nazis gab es doch nicht mehr und wenn, dann nur wenige Außenseiter, die keiner ernst nahm.

Haben wir gedacht…

So denken aber komischerweise auch heute noch einige Menschen!

All die Übergriffe auf Flüchtlingsheime, NSU, Marschierende Horden und vor allem all die hohen Tiere, die nicht auf der Straße brüllen, sondern still Fäden ziehen und Geld geben. Das sind alles Ausnahmen und Randgruppe.

Und weil wir alle keine Nazis mehr sind und Rassisten auch nicht, ist es auch inzwischen total übertrieben auf Sprachgebrauch zu verzichten, der von Nazis geprägt wurde. Wir lassen uns doch nicht alles von den Nazis kaputt machen. Die Zeiten sind doch vorbei und müssen vergessen werden… #sarkasmushashtag

Kurze Frage. Wenn ein Uropa, sich am Ofen die Finger verbrennt und damit in der Familie weiter geben wird, dass man den Ofen nicht anfassen sollte, wenn er heiß ist, kann man dann als Urenkel einfach mal wieder an den heißen Ofen fassen, ohne sich die Finger zu verbrennen?

Klare Antwort: Nein, natürlich nicht. Egal wie lange es her ist als Uropa sich verbrannte, der Urenkel wird sich verbrennen. Aber warum sollte er denn so dumm sein und an den Ofen fassen? Der Uropa hat es doch schon getan und sich verbrannt und da müsste er es doch besser wissen…

Dummerweise waren die Eltern der Ansicht, es ist so lange her und Vergangenheit und es gibt kaum noch Öfen, da kann man ruhig vergessen… So hat es der Urenkel nicht gelernt und zack, verbrannte Finger.

Geschichte wiederholt sich. Wenn sie sehr schlimm war, dauert es eine Weile, bis sie sich wiederholt und zwar aus einem einfachen Grund: Sie muss soweit in Vergessenheit geraten, dass genug Menschen wieder dazu bereit sind, sie zu wiederholen.

Aber wie beginnt Geschichte in Vergessenheit zu geraten? Sie steht ja geschrieben und wird gelehrt!

Das ist soweit richtig und sie wird tatsächlich auch nicht vergessen, sondern verändert wahrgenommen. Was in den 1950ern noch ganz nahe an der Gegenwart war, greifbar, ist heute „nur noch“ Geschichte.

Je mehr Zeit vergeht, wird aus DER Geschichte EINE Geschichte. Ähnlich einem Roman.

Und das geht schneller, wenn man aktiv vergisst.

Wenn man vergisst (oder vergessen will oder wegschieben will), dass mancher Sprachgebrauch in einem bestimmten Zusammenhang (oder auch ohne Zusammenhang, je nachdem) eben an die Geschichte erinnert und es egal wird, dann gibt das dem Vergessen und dem Wiederholen einen Vorschub.

Manche wissen und beabsichtigen genau das, anderen ist es schlicht egal und wollen einfach nur nicht, dass alle gleich Nazi rufen und wieder andere sehen die Gefahr und machen darauf aufmerksam.

Das ist für die Ersteren störend, weil es ihr Ziel untergräbt und für die Zweiteren störend, weil sie nicht möchten das sie mit den Ersteren in einen Topf geworfen werden. Sie möchten die unschöne Geschichte einfach nur vergessen und unbefleckt sein dürfen.

Das Bewusstsein, mit dem Vergessen dazu beizutragen, dass eine Wiederholung der Geschichte erleichtert wird, haben sie nicht. Einige wollen dieses Bewusstsein auch nicht haben, weil es unbequem ist. Das macht sie weder zu Nazis, noch zu schlechteren Menschen, aber es macht sie zu Helfern, ohne dass sie bewusst darauf abzielen.

Diesen Schuh will sich aber auch wieder niemand anziehen.

Es ist also schwer, Menschen zu vermitteln, dass sie auch im Sprachgebrauch eine Verantwortung tragen, und dass eben dieser Folgen hat, die nicht unmittelbar greifbar sind, aber schleichend einen Prozess unterstützen.

Dass dieser Prozess schon in vollem Gang ist, das führte uns Pegida sehr deutlich vor Augen.
Auch wenn man diese noch so fest verschließen will.

Wir sollten also auf unseren eigenen Sprachgebrauch achten und Sprache als einen wichtigen Teil unseres Lebens in einer Gemeinschaft erkennen. Dazu gehört für mich auch, andere Aufmerksam zu machen, wenn sie, inzwischen sicher auch oft unbewusst, Rhetorik verwenden, die von Nazis geprägt wurde. Das Vergessen hat längst begonnen, wir müssen uns an das Erinnern erinnern.

Pegida – Ein Versuch, einer Betrachtung.

Vorbemerkung: Dieser Text wurde Anfang Februar 2015 verfasst, hat also den Kenntnisstand dieses Zeitpunktes.

Pegida – ein leidiges Thema, dass sich auf deutschen Straße gerade totzulaufen scheint.
Da wird das, was „Volk“ dazu bringt, unter der Fahne von Pegida zu marschieren nicht verschwinden.

Ein Versuch, einer Betrachtung.

Inspiriert wurde diese Betrachtung durch den Vortrag und die Podiumsdiskussion unter dem Titel „Pegida – neue Tendenzen in unserer Gesellschaft?“ welche am 29.01.2015 in Braunschweig stattfand. Dieser Text enthält keine Zitate von Prof. Hajo Funke, Prof. Nils Bandelow oder von Detlef Kunkel, sondern nimmt Aussagen als Denkanstöße.

Links zur Diskussion:
Teil 1
Teil 2

„Seit Wochen demonstrieren zunächst in Dresden inzwischen aber auch in anderen Städten Menschen gegen eine „Islamisierung des Abendlandes“. Fakten spielen dabei keine Rolle.
Was steckt hinter der öffentlichen Darstellung der Ablehnung und wer initiiert sie?
Scheinbar kommt ein großer Teil der TeilnehmerInnen aus der Mitte der Gesellschaft.“

(Aus der Einleitung der Veranstaltung)

Dieses „aus der Mitte der Gesellschaft“ hatte für die Demonstration in #Dresden tatsächlich einen gewissen Wahrheitsgehalt. Strömten doch in der Spitze der Bewegung zigtausende Bürger zu den montäglich stattfindenden „Spaziergängen“.

Die Organisator*innen der „Bewegung“ gerierten sich als brave Bürger, die einzig und allein die Sorge auf die Straße trieb, dass die da Oben ihre Sorgen und Nöte nicht verstehen. Man sei auf keinen Fall ausländerfeindlich oder rassistisch, fühle sich von denen da Oben einfach nur im Stich gelassen und habe große Angst vor einer Islamisierung des Abendlandes, die schlussendlich (z.B.) darin münde, dass der Weihnachtmarkt nicht mehr Weihnachtsmarkt heißen dürfe.

Natürlich, ist die Fokussierung auf den Islam reine Willkür. Es entspricht einer uralten (deutschen) Tradition, geprägt durch tiefe Autoritätsgläubigkeit, eines nicht überwundenen Minderwertigkeitskomplexes sowie des bedingungslosen Glaubens an den Sozialdarwinismus, in ihrer gefühlten Ausweglosigkeit, ihrer Angst vor dem drohenden Abstieg einen Sündenbock für ihre „Misere“ zu suchen und schlussendlich zu finden.

Der Großteil der Menschen, die in Dresden auf die Straße gingen, hat den Glauben an die Demokratie, den Parteien, und sämtlichen „westliche Werte“-Institutionen verloren.

Tagtäglich wird ihnen vorgespielt, dass sie nur genug wollen und sich anstrengen müssen, um etwas für sich und ihre Familien zu erreichen. Erreichen sie dies nicht, sind sie zu schwach, werden arbeitslos oder können von HartzIV leben.

Nur zu bereitwillig scharen sie sich hinter (größtenteils) starke Männer, Rechtspopulisten, die ihnen eine Stimme gegen die da Oben verschaffen, die es vermögen, Ihresgleichen auf die Straße zu bringen. In dieser Masse lassen Sie dann ihren Unmut über die da Oben freien Lauf, sie treten mutig mit noch so obskuren Meinungen vor die Kamera um diese im Anschluss als „Lügenpresse“ zu diffamieren. Sie verhalten sich ferner aggressiv gegenüber Andersdenkende, die sie in einem Gefühl der Macht mit „Platzverweisen“ belegen. Platzverweise die auch gegen Journalisten ausgesprochen werden, die dann auch, wie in Braunschweig geschehen, als „Judenpresse“ bezeichnet werden.

Masse verleiht ihnen das Gefühl, von denen da Oben vielleicht doch ernst genommen zu werden. Masse kanalisieren sie in einen Begriff, den sie VOLK nennen. Sie wissen, dass sie im Grunde nur durch die ANGST des Verlustes, des Abstieges geeint sind und bedienen sich neben dem Begriff des VOLKES (Wir sind das Volk) eines nur scheinbar überwundenen NATIONALISMUS. Dieser auf die Straße getragene „MUT“ ermutigt Rechtsaußen Aggression gegen ANDERE offensiv zu verfolgen, so dass festzustellen ist, dass Taten mit rechtem Hintergrund in Folge von #pegida stark gestiegen sind.

Vergleichbar ungefähr mit der Situation Anfang der 1990iger die schlussendlich zu einer ersten Verschärfung des Asylrechts führte.

NATIONALISMUS beziehungsweise nationalsozialistisches Gedankengut ist in dieser Gesellschaft aufgrund der bedingungslosen Niederlage nach dem zweiten Weltkrieg schlecht konnotiert. Sie kleiden den Nationalismus, ihre Fremdenangst, in einen sogenannten „Europäischen Patriotismus“, welcher aber im Grunde nichts anderes meint als Nationalismus, der nach dem Muster der VOLKszugehörigkeit klar regelt, wer dazugehört, und wen es gilt draußen zu lassen.

Ebenfalls unter dem Eindruck der Geschichte gibt man sich betont Israel und Judenfreundlich.

Als jedoch die Unterstützung der jüdischen Gemeinde für #pegida ausblieb, entblödete man sich mit folgender Feststellung, die gleichzeitig den (verborgenen) Antisemitismus deutlich macht.

„Wir sind nicht antisemitisch, aber wenn die jüdische Gemeinde uns nicht unterstützt, dann leistet die jüdische Gemeinde dem Antisemitismus Vorschub“.

Pegida ist keine homogene „BEWEGUNG“. Deutlich werden die Unterschiede nicht nur wenn man die Beweggründen für die Teilnahme an der #pegida in Dresden erfragt, deutlicher wird es, wenn die einzelnen ´gidas miteinander verglichen werden.

2/3 der Teilnehmer der #Bragida (Braunschweig gegen …) waren den Beobachtern zufolge bekannte, bereits straffällig gewordenen, Rechtsextreme, von denen sich die sogenannten Bürgerlichen nicht abzugrenzen vermochten, sondern nun, abgespalten von der eigentlichen Stoßrichtung (gegen Islamisierung) plötzlich etwas für „direkte Demokratie“ zu tun beabsichtigen und NEBEN dem eigentlichen Termin einen eigenen Termin ins Leben riefen.

Deutlich wird, dass nach dem Wegbrechen der Führung (Bachmann etc., nicht näher darauf eingehend) auch die Bewegung selbst zu eruieren „droht“. Anders als in Österreich, den Niederlanden oder Frankreich fehlt es in Deutschland an einer Person, die dauerhaft das Verlangen eines großen Teiles der Bevölkerung nach, nennen wir es vorsichtig „RECHTSPOPULISMUS“, bedienen, sie führen kann.

Undenkbar wäre es in den (als Beispiel) genannten Staaten, dass ein RECHTSPOPULIST zurücktritt. Vielmehr hätte er es in den Ländern geschafft, die gegen ihn gerichtete Aggression in eine Gegenaggression umzumünzen. Einen Angriff auf seine Person als Angriff auf die „BEWEGUNG“ umzudeuten. Das „fehlt“ in Deutschland, noch.

Was aber in jedem Fall ein Ergebnis von Pegida ist, ist der Versuch, oder besser der schon als gelungen anzusehende Versuch, der AFD, sich als legitime Vertreter der ´gidas zu präsentieren. Abgefragt nach der Wahlpräferenz liegt die AFD bei diesen Menschen inzwischen bei fast 90%.

Dies bedeutet, dass zukünftig, Pegida, durch die „Hintertür“, mit einer starken parlamentarischen Kraft repräsentiert werden wird.

Des Weiteren versuchen die bürgerlichen Parteien (und hier muss man eindeutig auch die SPD dazu zählen) die Themen der Menschen, ihre Ängste, ernst zu nehmen.

Es wäre angebrachter, dass man die Menschen „respektiert“, aber ihnen ganz klar zu verstehen gibt, das ihre Themen, ihre Meinung einfach „bullshit“ sind. Dies geschieht weitgehend nicht.

Pegida mag von den Straßen verschwinden. Pegida machte jedoch deutlich, welches Gedankengut in den Köpfen der Menschen vorhanden ist. Pegida zeigt weiter, dass eine (deutsche) Bewegung erst am Ende ist, wenn ihre Führung verschwindet, sich zerstreitet. Pegida zeigt, dass ein charismatischer RECHTSPOPULIST es in Deutschland vermag, mit egal welchem Thema (hier ISLAM) eine heterogene rechtskonservative, nationalistische, xenophobe, homophobe und antisemitische zu einen.

QUO VADIS?

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TU Dresden| WAS UND WIE DENKEN PEGIDA-DEMONSTRANTEN?

Es ist richtig. Antifaschisten sind selbst schuld!

Es ist richtig. Antifaschisten sind selbst schuld!

Nach den Schüssen auf das Piratenbüro in Dortmund gab es allerlei Reaktionen von Piraten, Presse und damit Öffentlichkeit und Ex/Nicht-Piraten, die sich noch dafür interessieren was in der Partei vor sich geht.

Es gab Artikel, Tweets und vielerlei Bekundungen, dass man hinter den Piraten steht, welche da stellvertretend für alle antifaschistisch aktiven Piraten, angegriffen wurden. Der Großteil der Partei, empfindet sich als Mitangegriffen und hat eben dies auch bekundet.

Doch es gibt auch Stimmen in und neben der Partei, die der Ansicht sind „Die sind ja selbst schuld, wenn sie offen gegen Faschismus vorgehen.“

Sie stellen also fest, das natürlich mit Angriffen zu rechnen sei, wenn man Nazis reize. Das muss mensch erstmal sacken lassen.

Natürlich ist man selbst schuld, wenn man sich wissentlich in eine Gefahr begibt und wir alle wissen, offen agierende Nazis sind sehr oft brutale Arschlöcher, für die Gewalt nicht nur Mittel zum Zweck ist, sondern sie leben die Gewalt, genießen sie. Ist bekannt und wird in Kauf genommen und das nicht erst in diesem Jahrhundert auch wenn sich die Welt in einem Rechtsruck befindet.
Mit den Nazis, kamen auch ihre Gegner und jeder von ihnen wusste um die Gefahr, in die sich jede Person begibt, die offen gegen Faschismus angeht. Damit war und ist jeder selbst schuld, wenn es darauf Reaktionen seitens der Faschisten gab.

Die Geschwister Scholl, Günter Ammon, Willi Graf, Kurt Huber, Rosa Luxemburg, all die Menschen, die auf dieser Liste zu finden sind und noch viele mehr, die keine Erwähnung finden in der Geschichte.

Sie alle sind selbst schuld, denn sie waren mutig genug, sich gegen Faschismus zu wehren, für sich und für unzählig viele andere Menschen, die allein durch ihre Existenz Opfer waren und sind.

Aber das kann man doch nicht vergleichen… Selbstverständlich kann man es vergleichen auch wenn die Nazis derzeit nicht unser Land regieren. Der einzige Unterschied zum damaligen Widerstand, besteht darin, dass wir diesmal schon wissen womit wir es da zu tun haben, weil wir aus der Geschichte lernen können. Wir wissen was passiert, wenn man sich erst widersetzt, wenn Nazis zu viel Macht haben und die Nazis wissen das auch. Sie wenden dieselben Taktiken an, wie schon die Nazis in den 1930er Jahren. Sie schüchtern ein wo es nur geht, zeigen Präsenz, versuchen zu rekrutieren. Sie versuchen wie schon damals, Widerstand zu brechen indem sie Menschen einschüchtern, Exempel statuieren und schrecken dabei auch nicht vor brutaler Gewalt und Mord zurück.
Das alles wussten und wissen die Menschen, die sich gegen den Faschismus stellen. Für Frieden, für Menschen die durch Herkunft/Religion/Behinderung usw. von Faschismus bedroht sind, für sich selbst, für Dich, mich und für ihre und unsere Kinder, denn eine Welt mit Faschisten kann nie eine annähernd soziale sein.

Ja sie sind selbst schuld, wenn sie die Rechnung für ihren Einsatz zahlen, denn sie wissen um die Gefahr in der sie sich dadurch befinden.

Sie sind selbst Schuld weil sie sich für jeden von uns in Gefahr begeben!

Dafür sollten wir unsäglich dankbar sein und sie unterstützen soweit wir den Mut dazu haben, für andere Menschen einzustehen!

Solidarität mit den PiratInnen in Dortmund

In der Nacht zum 16.06.2015 gab es auf das Parteibüro der Piratenpartei Dortmund, welche dies mit den Landtagsabgeordneten Hanns-Jörg Rohwedder, Birgit Rydlewski und Torsten Sommer teilen, einen feigen Angriff. [1]

Zwei Projektile durchschlugen die Schaufensterscheiben der Geschäftsstelle, Menschen kamen zum Glück nicht zu schaden.

Mittlerweile gibt es ein wirres Bekennerschreiben im Namen der verbotenen Kameradschaft ‚Nationaler Widerstand Dortmund‘ (NWDO), als deren Nachfolgeorganisation die Partei ‚Die Rechte‘ gilt, welche in Dortmund seit vielen Monaten durch ihre Aktionen Angst und Schrecken verbreitet. [2]

Wir senden hiermit unsere Solidarität an die PiratInnen nach Dortmund.
Sie engagieren sich seit langem gegen Nazis und werden deshalb seit langem immer wieder bedroht. [3]

Der Angriff auf das Parteibüro ist ein Angriff auf die ganze Partei und zeigt klar, wie wichtig und notwendig antifaschistisches Engagement ist.
Und die Menge an betroffenen Reaktionen von PiratInnen im ganzen Land drücken eines aus: Wir sind viele. PiratInnen denken antifaschistisch und setzen sich gegen Nazis ein.
Da kann sich ein unpolitischer BuVo noch so anstrengen dieses Engagement zu verschweigen und zu unterdrücken, tot zukriegen sind wir nicht.

Wir lassen uns nicht aus der Partei drängen und wir lassen uns nicht unser Engagement verbieten.
Wir handeln antifaschistisch.
Wir bekämpfen Nazis, wo immer sie auftauchen.

Solidarität nach Dortmund. Ihr tut das richtige. Lasst euch nicht unterkriegen!

[1] http://piratenpartei-dortmund.de/anschlag-auf-buero-der-piratenpartei/
[2] http://www.ruhrbarone.de/dortmund-nwdo-bekennt-sich-zu-anschlag-auf-piraten-und-droht-der-presse/108975
[3] http://www.ruhrbarone.de/hakenkreuze-an-privathaus-eines-piraten/98709

pirantifa – next generation

Pirantifa – die nächste Generation

Am Abend des 19. Mai 2015 haben sich einige antifaschistische Menschen im Mumble getroffen und sich gemeinsam dazu entschlossen, die Pirantifa in der Piratenpartei wieder bzw. neu zu beleben.

Wir sind der Meinung, dass es in der Parteienlandschaft keine Partei geben darf, die sich nicht eindeutig antifaschistisch positioniert und das in entsprechender Weise nach außen trägt. Das sagen uns neben dem gesunden Menschenverstand auch die Geschichtsbücher. Wir, als Gruppierung innerhalb der Partei, möchten dabei helfen, dieses im Namen der PIRATEN zu gewährleisten.

Ihr seid herzlich eingeladen uns dabei zu unterstützen. Vorläufig sind regelmäßige Mumble-Sitzungen, ein Blog und das Bespielen unseres Twitter-Accounts @pir_antifa geplant.

Die jüngste Entscheidung des Bundesvorstands die Pirantifa-Fahne aus dem Sortiment des P-Shop zu nehmen, können wir nicht nachvollziehen und lehnen diese ab! Die Pirantifa-Fahne ist bei entsprechenden Veranstaltungen, so Parteifahnen erwünscht, in hohem Maße dazu geeignet, unsere Partei im antifaschistischen Kontext zu positionieren. Es sollte allen Menschen ohne Umwege möglich sein, diese zu erwerben und unser gemeinsames Anliegen so zu unterstützen.

Sobald unsere Struktur und der Ablauf in dieser gefestigt ist, folgen weitere Informationen. Wir freuen uns auf eine konstruktive und gemeinsame antifaschistische Arbeit in der Piratenpartei.

Antifaschistische Pirat*innen

Unvereinbarkeitserklärung